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Austauschbar oder einzigartig?

  • 7. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Hand aufs Herz: 

Können Sie in einem Satz sagen, warum Kunden ausgerechnet bei Ihnen kaufen sollen? 



Wenn Sie zögern, dann sind Sie in guter Gesellschaft. Vielen Unternehmen fällt es schwer, ihren Kundennutzen klar zu formulieren. Dabei entscheidet genau diese Frage darüber, ob ein Unternehmen relevant ist oder austauschbar wirkt: Was ist der konkrete Vorteil für Ihre Kunden? Und was machen Sie nicht nur gut, sondern besser als andere?


Warum niemand kauft, nur weil Sie nett sind

Eine aktuelle McKinsey-Studie* zeigt: 79 Prozent der befragten Führungskräfte sehen ihre Unternehmensstrategie nicht als wirklich belastbar an.

Das ist mehr als ein Strategieproblem. Es ist ein Relevanzproblem. Denn wer nicht klar sagen kann, worin der eigene Wettbewerbsvorteil liegt, kann auch schwer erklären, warum Kunden ausgerechnet bei ihm kaufen sollen.


Adaptive Strategiearbeit setzt genau an diesem Punkt an. Sie bringt Schärfe in das, was oft viel zu allgemein bleibt: Welchen Nutzen versprechen wir? Was liefern wir tatsächlich? Und welchen Unterschied merken unsere Kunden wirklich?



"Qualität", "Kundenorientierung", "Zuverlässigkeit"? 

Diese Begriffe wirken oft wie strategische Füllwörter. Aus Sicht Ihrer Kunden sind sie aber ohnehin selbstverständlich. Niemand kauft, weil Sie nicht unfreundlich sind – das wird vorausgesetzt.


Was zählt, ist Relevanz; nicht aus Unternehmenssicht, sondern aus Sicht der Kunden. Denn potenzielle Kunden stellen sich zwei einfache Fragen:

  • Warum soll ich überhaupt kaufen?

  • Und weshalb ausgerechnet bei Ihnen?

Die erste Frage verlangt echtes Kundenverständnis: Welches Problem lösen Sie konkret? Welche Situation verbessern Sie? Welchen Druck nehmen Sie heraus? Welche Entscheidung machen Sie leichter? 

Die zweite fordert Differenzierung: Was machen Sie anders oder besser als andere? Worin liegt der Unterschied, den Kunden tatsächlich merken und nicht nur Sie selbst behaupten?

Viele Unternehmen antworten darauf mit Produktmerkmalen oder Leistungsbeschreibungen. Das klingt dann zwar ordentlich, interessiert da draußen aber oft deutlich weniger, als man intern glaubt. Menschen kaufen keine Funktionen. Sie kaufen Lösungen für ihre Situation. Sie kaufen Entlastung, Sicherheit, Tempo, Orientierung, bessere Entscheidungen oder das gute Gefühl, mit dem richtigen Partner unterwegs zu sein.


Der 60-Sekunden-Test für strategische Klarheit

Und hier kommt ein Begriff ins Spiel, der auf den ersten Blick fast altmodisch wirkt: der Elevator Pitch. Man kennt ihn aus Vertriebsseminaren, Start-up-Präsentationen und Networking-Ratgebern. Als reine Verkaufsformel mag er tatsächlich etwas aus der Zeit gefallen sein. Als strategisches Diagnoseinstrument ist er jedoch erstaunlich aktuell. Warum? Weil er ehrlich ist. Weil er Klarheit erzwingt. Und weil er zeigt, ob Ihr strategisches Fundament tragfähig ist. Denn er zwingt zu einer Frage, der viele Unternehmen im Alltag ausweichen: Können wir in kurzer Zeit verständlich machen, für wen wir welchen Unterschied machen und warum das relevant ist?


Genau deshalb ist der Elevator Pitch in der adaptiven Strategiearbeit mehr als ein Kommunikationsformat. Er ist ein 60-Sekunden-Test für strategische Klarheit: Wenn Sie den Mehrwert Ihres Unternehmens nicht in kurzer Zeit verständlich erklären können, fehlt oft mehr als nur die richtige Formulierung. Dann fehlt die Klarheit über das, was Sie wirklich ausmacht.

Ein guter Elevator Pitch ist wie ein strategischer Röntgenblick: Er zeigt, ob Ihr Unternehmen weiß, wofür es steht oder ob es nur „irgendwas mit gutem Service“ macht.


Wo der Elevator Pitch strategisch wirkt:

  • Am Anfang jeder Strategiearbeit: Er bringt die Wahrheit auf den Tisch. Was sagen wir und stimmt das mit der Realität überein?

  • In der Positionierung: Er zeigt, ob Ihr Leistungsversprechen marktrelevant,  glaubwürdig und unterscheidbar ist.

  • Im OKR-Prozess: Er hilft dabei, Ziele nicht aus interner Aufgabenverwaltung abzuleiten, sondern aus echtem Kundennutzen.

  • In der internen Kommunikation: Er schafft er eine gemeinsame Sprache für das, was Ihr Unternehmen relevant macht. Das betrifft nicht nur Vertrieb und Marketing, sondern auch Führung, Produktentwicklung, Service, Projektmanagement und sogar die Buchhaltung. 


     

Kurz gesagt:

Der Elevator Pitch ist die Miniaturfassung Ihrer Strategie. Wenn er funktioniert, passt meist auch das große Ganze. Wenn nicht, wird es Zeit, am Fundament zu arbeiten, bevor der Markt es für Sie übernimmt.

 


Fazit

Jede Strategie braucht ein starkes Fundament. Und das bekommen Sie mit der Antwort auf die scheinbar einfache Frage: Warum entscheiden sich Kundinnen und Kunden für uns und nicht für andere?

 

Probieren Sie es aus: Wenn Sie Ihren Kundennutzen in 60 Sekunden nicht klar auf den Punkt bringen, lohnt sich meistens nicht nur ein besserer Satz, sondern ein genauerer Blick auf die Strategie dahinter.


*) Quelle: McKinsey & Company, „How Strategy Champions win“, 2025.


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